»Die Wahrheit sehen«

Es ist von großer Bedeutung zwischen „sehen“ und „schauen“ zu unterscheiden. Das „Sehen“ sind deine Gedanken. Sie sind reine Illusion. Das „Schauen“ geschieht nur jetzt. Es ist die Wahrheit. Deine Gedanken erzeugen Bilder am laufenden Band. Indem du diese Bilder durch deine Gedanken erzeugst, denkst du, dass du sie siehst, weil sie so real sind. Und wie du sie siehst und interpretierst, ist deine Sicht der Dinge, deine Weltsicht. Deine Augen sehen also das, was du sehen willst und nicht das, was wirklich ist. Deine Realität ist reines Bildermachen, die du zu einem Film zusammen setzt. Der Vorgang des Bildermachens betrachtest du dann als sehen. Dabei schreibst du dein Drehbuch permanent neu, wobei die meisten Gedanken die Gedanken sind, die du vorhin, gestern, vor einer Woche, vor einem Monat, vor einem Jahr und vermutlich schon dein ganzes Leben lang gedacht hast.

ÜBUNG:

Suche dir ein zufälliges Objekt deiner Wahl. Richte deine Aufmerksamkeit auf diesen Gegenstand und sage dir langsam und bewusst: „Der/die/das … ist ein Bild, das ich gemacht habe.“ Halte diesen Punkt in deinem Fokus. Es ist nicht förderlich, von einem zum anderen Objekt zu springen. Bleib für etwa einer Minute dabei und wiederhole immer wieder diesen Satz.

Wenn du die Übung wo immer wiederholst, wirst du mit der Zeit bemerken, dass du etwas anderes wahrnimmst. Vielleicht sind das Lichterscheinungen oder kleine Lichtränder, die um das Objekt herum in Erscheinung treten und wieder verschwinden. Später ändern sie auch ihre Farbe und Form und werden mitunter größer. Mache dir keine Sorgen. Du hast „sehen“ durch „schauen“ ersetzt. Das ist ein erstes Anzeichen dafür, dass du die Augen langsam öffnest für die Wahrheit des Augenblicks und nicht mehr länger deine Bildershow als die Realität betrachtest. Aber Achtung! Es sind keine Erkenntnisse. Versuche daher nichts zu interpretieren. Das bringt dich wieder zurück zu deinen Bildern. Beobachte und schaue. Mehr gibt es nichts zu tun.

©2021 André Hammon (Inspiriert aus dem spirituellen Referenzwerkzeug für das neue Jahrtausend „Ein Kurs in Wundern“)

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